Acquamicans-Die Installation-Eine Beschreibung:

Acquamicans ist eine Installation, ein surreales Konstrukt aus 51 virtuellen Räumen die anhand eines surrealistischen Textes von Raymond Roussel (Kapitel 3 aus Locus Solus) gegliedert sind. Die Räume besitzen immer die selbe Geometrie (ein Z) und gewinnen lediglich durch eine wechselnde Beleuchtung, Farbe und Inhalt ihre individualität, ihre Stimmung und ihren Charakter.

Jeder einzelne Raum verfügt über vier Türen und einen Lift mittels denen des Wechseln des Raumes möglich ist.













Der Text ist in 51 Teile, die inhaltlich eine Einheit bilden, aufgeteilt und den Räumen zugeordnet. Diese erscheinen in den Räumen nochmals in Teilen Zerlegt, die im Raum verstreut, nicht gleichzeitig sichtbar werden. Sie erscheinen beim Erforschen des anscheinend leeren Raumes, wenn der Anwender sich ihnen nähert.














Sieben Räume enthalten neben dem Text, auch nur in einem gewissen Teilbereich sichtbar, symbolische Maschinen, die auf den Text weisen und in ihm beschrieben werden. Sie bilden das Ereignis.














Die Türen, oder deren Symbolische Form, verbinden mittels eines Links zwei Räume. Die CONTINUE Türe verbindet zu dem Raum, dessen Inhalt der Reienfolge des gedruckten Textes nach, folgen würde. Sie ist Ausdruck der Linearität des Textes, die Roussel allerdings, und gerade das macht ihn interessant und geeignet, schon fragmentiert hatte. Die Zweite Türe, mit der Aufschrift MORE gekennzeichnet, führt zu dem Raum in dem sich ein Teil des Textes befindet der inhaltlich die Folge, die Focussierung, dessen von wo man kommt ist. Dies Unabhängig von dessen Stellung im Text. Sie ist Ausdruck des Hypertextuellen Aufbau des Textes. Eine weitere Türe erlaubt es nach dem Zufallsprinzip in einen anderen Raum zu geraten. Sie Ermöglicht die indeterminierte, von jedem räumlichen sowie inhaltlicher Zusammenhang losgelöste, Bewegung und Leseform. Das Samplen. Die vierte Türe, der man beim Eintreten die Schultern kehrt, erlaubt es dem Anwender lediglich in den Raum zurückzukehren von dem er gerade gekommen ist. Die Räume sind also durch die Türen komplex und mehrschichtig aber starr miteinander verlinkt (Link Plan). Beim Lesen, d.h. beim Durchwandern der Installation ergeben sich , auf der Ebene der Wahrnehmung immer verschiedene kognitive Grundrisse, die die immer verschiedene, individuellen Lektüren des Textes wiederspiegeln.














Diese mögliche Grundrisse, die sich dynamisch und interaktiv beim Erforschen der Installation ergeben, existieren nur im Kopf des Anwenders der sich in Wirklichkeit immer im selben einen Raum befindet. Die flächige Anordnung der Räume, die von den Türen suggeriert ist, wird aber vom Lift, das weitere Navigationsmedium das dem Anwender zur Verfügung steht und eigentlich eine Stapelung andeutet, wiedersprochen. Dieser ermöglicht nämlich jeden einzelnen Raum determinativ zu erreichen und ist zugleich der einzige Ort wo man eine Uebersicht gewinnen kann und dem System nicht ausgeliefert ist.














Die Installation ist als eine Thematisierung der aufgeführten Probleme, als eine spielerische und surreale Gratwanderung zwischen Illusion, Simulation einer hyperrealen Körperlichkeit , Symbolik und Sprache zu verstehen. Die Architektur bewegt sich zwischen der Wahrnehmung eines quasi barocken Raumkonstruktes, das sich über Umwege auf sich selbst zurückwindet, und der Funktionalen Organisation der VRML-Dateien die ihn generieren und beschreiben. Sie ist zugleich eine Metapher der hypertextuell werdenden Welt, in welcher jeder individuellen Erfahrung eine eigene Version der Realität entspricht.